LBV zieht Bilanz und verabschiedet Geschäftsführer Thierauch

2016 wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr.

Wilhelm Thierauch (Mitte) bei der Generalversammlung, umgeben von Rudolf Herrmann (Links) und Karlheinz Bauer

Abschied von König Wilhelm

Auch wenn der Volksmund immer noch vom „Lagerhaus“ spricht, ist die LBV Raiffeisen in Schrozberg mit diesem Begriff schon lange nicht mehr hinreichend beschrieben. Die Zeiten, in denen sich das Geschäft der Genossenschaft auf die Vermarktung von Getreide oder Mostobst und den Verkauf von Dünger und Futtermittel beschränkte, sind längst vorbei. Und der Wandel, den die LBV von der landwirtschaftlichen Genossenschaft zum vielseitigen Wirtschaftsunternehmen vollzogen hat, hat einen Namen: Wilhelm Thierauch.

Mit großem Bahnhof ist der 65-jährige Thierauch bei der Generalversammlung am vergangenen Freitag in den Ruhestand verabschiedet worden. Er darf sich jetzt mit der Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille schmücken, die ihm der Genossenschaftsverband verliehen hat, und er darf sich „Ehrenvorstand der LBV Raiffeisen“ nennen. Mit minutenlangem Applaus im Stehen quittierte die Generalversammlung Thierauchs Arbeit, nachdem dieser zum letzten Mal das Wort ergriffen hatte – ganz offensichtlich wissen die Mitglieder und die Mitarbeiter, was sie an ihrem Geschäftsführer hatten.

Als Wilhelm Thierauch 1992 die Geschäfte bei der LBV übernahm, hatte die Genossenschaft einen Jahresumsatz von elf Millionen Mark. Das Geschäftsjahr 2016 schloss mit einem Umsatz von fast 59 Millionen Euro ab. Eine markante Wegmarke bei dieser Entwicklung war schon ein Jahr nach Thierauchs Amtsantritt die Eröffnung des Edeka-Markts in Schrozberg, mit dem sich die LBV den Lebensmittel-Einzelhandel erschloss. 2004 schloss sich die LBV mit der Geoge in Blaufelden zusammen, eine Fusion, die erst im zweiten Anlauf gelang.

Die Ausweitung des Netzes von Bäckereifilialen auf 18 Niederlassungen zwischen Bad Mergentheim und Crailsheim, zwischen Niedernhall und Schillingsfürst, die Erweiterung des Betriebsgeländes in Schrozberg durch den Kauf des Drews-Areals, die Erneuerung der Getreideerfassung und der Bau eines Blockheizkraftwerks waren weitere wichtige Stationen. Zuletzt hat die LBV unter Thierauchs Regie eine neue Bäckerei errichtet, die im vergangenen Jahr eingeweiht wurde.

Diese und andere Verdienste Thierauchs rief eine Reihe von Rednern in Erinnerung. Dies waren neben dem Vorstandsvorsitzenden Rudolf Herrmann und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Karlheinz Bauer, Thomas Wilhelmy vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, Werner Balbach, der Leiter des Landwirtschaftsamts, und Pfarrer Georg Leiberich, der Thierauch als „König Wilhelm der Märkte, Cafés und Silos“ bezeichnete.

„Mir hat die Arbeit immer Freude bereitet“, sagte Wilhelm Thierauch zum Schluss, „und die LBV ist in all den Jahren zu meiner Firma geworden.“ Wesentliche Begleiter seien dabei die Mitarbeiter in den verschiedenen Abteilungen gewesen, auch wenn er es bestimmt nicht allen habe recht machen können.

Geschäftsjahr 2016

Vor seiner Verabschiedung hatte Thierauch den Geschäftsbericht erstattet – über das Jahr 2016, in dem sich die LBV trotz der Preisrückgänge bei den landwirtschaftlichen Produkten und beim Mineralöl mit einem Umsatzplus von 71.000 Euro „eher positiv entwickelt“ habe. Hier zahlt sich aus, dass die LBV nicht nur in der Landwirtschaft tätig ist: „Was im klassischen Geschäft hauptsächlich durch Preisrückgänge verloren ging, konnten wir mit unserer Einzelhandelstätigkeit ausgleichen“, sagte Thierauch.

Wahlen

Karlheinz Bauer aus Zell ist altersbedingt aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Er hatte dem Gremium seit 1996 angehört, seit 2004 als stellvertretender Vorsitzender und seit 2011 als Vorsitzender. Bei der Generalversammlung am vergangenen Freitag zeichnete Thomas Wilhelmy vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband Bauer mit der silbernen Ehrennadel seines Verbands  aus. Dabei hob Wilhelmy besonders die Verdienste hervor, die sich Bauer bei der Fusion der LBV mit der Geoge in Blaufelden erworben habe.

Zu Bauers Nachfolger hat der Aufsichtsrat noch am selben Abend Erwin Brümmer aus Wallhausen gewählt, der bisher stellvertretender Vorsitzender war.

Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist aus persönlichen Gründen Hermann Rothmer aus Lentersweiler, wiedergewählt wurden Helmut Hörner aus Brüchlingen und Eberhard Mönch aus Hachtel.

Keine Veränderungen hat es bei den Wahlen an der Spitze des Vorstands gegeben. Der Vorstandsvorsitzende Rudolf Herrmann aus Wolfskreut wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Zum Nachfolger des 2016 verstorbenen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Karl Östreicher aus Ehringshausen wurde Albert Meinikheim aus Oberwinden gewählt. Günter Sackenreuther aus Böhmweiler ist altersbedingt aus dem Vorstand ausgeschieden.