Hohenloher Landwirte leiden unter Preisverfall ihrer Produkte

LBV kann Gesamtumsatz dennoch leicht steigern

Schrozberg (nib). Es ist unter anderem die viermal in Folge weltweit gute Getreideernte, die den Genossenschaftsbauern der LBV Raiffeisen Schrozberg eG ein gutes Einkommen verhagelt. Auch die Ferkelerzeugung ist für viele Landwirte längst nicht mehr lohnenswert. Die Folge: Aufgabe oder Umstellung auf Schweinemast. Auch die Milchviehhalter hatten in 2016 sehr reduzierte Einkommen und konnten im letzten Jahr keine großen Sprünge machen. Der Preisverfall, gerade in diesem Bereich, ist längst zum Dauerthema in den Medien geworden. Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben sich die Milchpreise allerdings deutlich erholt. Kurzum lautet das Fazit der LBV-Verantwortlichen anlässlich der jüngst veranstalteten Generalversammlung in der Schrozberger Stadthalle: die hiesige Landwirtschaft hatte ein schwieriges Jahr. Die rosigen Zeiten mit klassischem Ackerbau und Veredelungswirtschaft sind vorbei.

Trotz drastischem Preisverfall, aufgebender Betriebe und insgesamt pessimistischem Blick in die Zukunft konnte die LBV Raiffeisen eG dennoch Umsätze über dem Landesdurchschnitt einfahren.

Im klassischen Bereich, dem Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und den Betriebsmitteln, ergaben sich trotz Mengensteigerung starke Umsatzeinbußen. Dies zeigte sich besonders bei den Futtermitteln und den Düngemitteln (Wert -3,0% bzw. -7,4%). Bei den Brennstoffen mussten Umsatzeinbußen von -20,7 % hingenommen werden. Im Bereich Baustoffe wurde der Umsatz des Vorjahres nicht ganz erreicht. Hierzu fehlten 7%.

Die überaus breit aufgestellte LBV konnte in anderen Bereichen punkten: die Backwaren aus der eigenen, nagelneuen Bäckerei sind in Hohenlohe seit Generationen beliebt. Die Erweiterung der Verkaufsstandorte hat sich hierbei sehr positiv ausgewirkt. Auch der Lebensmittelhandel verzeichnet reichlich schwarze Zahlen. Wenngleich der Umsatz dem des Vorjahres nahezu gleichkommt, ist die Stimmung bei Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführung unterm Strich gut. Die Rapspresse in Blaufelden hat im vergangenen Jahr stolze 6.500 to. Rapssaat zu hochwertigem Öl und Rapsschrot verarbeitet.

Vorstandsvorsitzender Rudolf Hermann dankte Kunden, Mitgliedern und den Mitarbeitern in den Geschäftsbereichen für die gute Zusammenarbeit im letzten Geschäftsjahr. Geschäftsführer Wilhelm Thierauch betonte in seiner Ansprache, dass mit der hoch motivierten Mannschaft auch in Zukunft alle Anstrengungen danach ausgerichtet werden, Kunden und Mitglieder in allen Geschäftsbereichen sachkundig zu bedienen und zu beraten.

Zum Ablauf des Geschäftsjahres waren 1.004 Mitglieder in der LBV-Kartei erfasst. Umgesetzt wurden knapp mehr als 58,5 Millionen Euro.